Smartphone Messanger – Meine WhatsApp-Alternativen

So, ich hatte ja schon vor ein paar Tagen angekündigt, dass ich mich in absehbarer Zeit von WhatsApp verabschieden werde.

Damit stellt sich mir natürlich die Frage: Was nutze ich dann in Zukunft? Die Art der Kommunikation mit WhatsApp hat ja durchaus stets Spaß gemacht, aber Datenschutz ist mir eben nicht egal.

Mein erster Versuch war Threema. Da es eine kostenpflichtige App ist, scheint die Finanzierung gesichert, die Kommunikation funktioniert praktisch exakt genauso wie bei WhatsApp und die Zusagen (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Übertragung von Adressbuchdaten nur auf Wunsch (und dann auch nur minimale Daten), hohes Datenschutzniveau in der Schweiz), das klingt alles sehr gut. Inzwischen nutzt das eine hohe Zahl von Leuten in meinem Freundeskreis und auch Stiftung Warentest hält das für eine gute Lösung, wie die Zeit berichtet.

Allerdings ist diese App nicht Open Source. Ob die Versprechen also gehalten werden, lässt sich nicht überprüfen. Darüber hinaus müssen noch nicht einmal vorsätzlich Hintertüren eingebaut sein (denn auch die Schweiz ist nicht „überwachungsfrei“). Kryptographie ist durchaus kompliziert und bereits kleine Fehler können riesen Lücken reißen. Ganz ungewollt. Ohne offenen Quellcode lässt sich das von außen nicht überprüfen. Offener Quellcode steht übrigens einem Bezahlmodell nicht im Wege! (Mehr zu diesem Thema in einem Meinungsbeitrag auf Golem.de.)

Was sind also die Alternativen?

Wer also nicht einfach nach WhatsApp einem anderen Unternehmen vertrauen will, braucht Open Source Alternativen. Nur: welche? Und reicht eine? Welche wird sich durchsetzen? Ich habe mich dafür entschieden, künftig mehrere Messanger auf meinem Smartphone installiert zu haben, damit ich mit allen Freunden Kontakt halten kann, die eine davon nutzen.

Surespot: Wie WhatsApp/Threema, aber Open Source.

Surespot ist, wenn es mal läuft, den bereits genannten Apps sehr ähnlich. Man hat seine Kontakte, wählt einen davon und sendet Text- und Bildnachrichten wie bei den anderen auch. Verfügbar für Android und iOS, damit also für die Masse an Smartphones und de facto alle meine derzeitigen Kontakte. Da Anonymität und Sicherheit Schwerpunkt sind, gibt es keinen Zugriff auf das eigene Adressbuch, man muss Kontakte also aktiv einladen und hinzufügen. Allerdings funktioniert dies unkompliziert, sofern man den Benutzernamen kennt und dabei beachtet, dass dieser CaseSenstive ist. Erste Tests waren durchaus zufriendestellend, ob es auch Gruppenchats gibt, weiß ich nicht, da ich bisher nur einen einzigen Kontakt in Surespot habe.

TextSecure – SMS-ErsatzApp

Ebenfalls frei und Open Source ist TextSecure von Open WhisperSystems. Diese App kann als Ersatz für die Standard-SMS-App von Android eingesetzt werden. Als SMS-App funktioniert sie bereits einwandfrei bei mir, mehr weiß ich noch nicht, da ich noch niemanden bewusst habe, der diese App ebenfalls nutzt. Derzeit ist sie auch nur für Android verfügbar, was ein Nachteil ist, eine iOS-Portierung ist aber geplant.

RedPhone – Telefonverschlüsselung nicht nur für Politiker

Ebenfalls von Open WhisperSystems gibt es die AndroidApp RedPhone, die Telefonate verschlüsselt, sofern beide diese App zum telefonieren nutzen. Auch hierzu kann ich noch nichts sagen, habe die App erst vor zwei Tagen installiert. Aber grundsätzlich finde ich die Idee wirklich genial, und hoffe auf baldige „Testgesprächspartner“.

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