Ist Bildung größtenteils erblich?

Bildungserfolg hängt wesentlich von der Intelligenz ab. Das ist als solches noch nicht überraschend. Wer per se schon intelligenter ist, tut sich mit dem verstehen neuer Zusammenhänge leichter, das ist eine der Definitionen für Intelligenz. Wenn es um Bildung – und dazu gehört tatsächlich das ansammeln einer ganzen Menge Wissen im Gedächtnis – geht, dann ist natürlich Fleiß auch nicht unwichtig. Heißt, wer weniger intelligent ist kann durch Fleiß zu einem intelligenteren Menschen, der weniger fleißig ist aufschließen oder diesen sogar überholen. Deshalb ist die Förderung schwächerer Schüler im Rahmen unseres Bildungssystems sinnvoll und wünschenswert: sind diese einfach nur faul, hilft ein wenig treten, sind sie tatsächlich weniger intelligent, entspricht die zusätzliche Arbeit eben zusätzlichem Fleiß und führt zu einem höheren Lernerfolg. Soweit, so klar.

Nun gibt es eine Beobachtung, dass Kinder aus „Bildungsfernen Schichten“, wie das so schön genannt wird, häufig ebenfalls keinen hohen Schulabschluss erreichen, geschweige denn studieren. Es kommt quasi zu einer Wiederholung in der zweiten Generation: Hoch gebildete Eltern haben häufig Kinder, die einen hohen Schulabschluss erzielen und umgekehrt.

Es wird viel darüber diskutiert, woran das liegen könnte. Oft wird „gesellschaftliche Erwartungshaltung“ oder „hohe Kosten einer langen Ausbildung“ als Ursachen ausgemacht. Das ist sicher ein Einflussfaktor, und daher ist es auch sinnvoll, wenn jetzt das BAFöG steigt oder das Studium gebührenfrei ist.

Eine weitere diskutierte Ursache ist, dass vielleicht Kinder von gebildeten Eltern öfter und früher mit Bildung in Berührung kommen. Klar, wenn es zu Hause meterweise Bücher hat, ist die Chance dass ich wissen will, was drin steht und deshalb Bücher zu lesen beginne höher, als wenn daheim kein einziges Buch zu finden ist. Auch da will die Politiok gerne gegensteuern und die Chancengleichheit fördern.

Aber all diesen Bemühungen zum trotz sind die Bildungserfolge bei einzelnen Schülern sehr unterschiedlich. Eine Studie kommt nun zu dem Schluss, dass Bildung erblich ist, da Intelligenz der wichtigste Faktor beim Bildungserfolg ist und diese wiederum zu einem großen Teil ererbt wird.

Da es eine Zwillingsstudie ist, lassen sich soziale Faktoren zu Hause ziemlich sicher ausschließen, denn die dürften in diesem Fall ziemlich gleich sein.

Was lernen wir daraus? Menschen sind Individuen, also nicht alle gleich und in der Folge werden nicht alle das gleiche Bildungsniveau erreichen. Das ist vielleicht nicht unser idealbild, aber halt Realität. Und es wäre auch nicht so schlimm, wenn unsere Gesellschaft Wohlstand nicht so abhängig vom Bildungserfolg gemacht hätte…

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