Wenn Google seine Monopole missbraucht

Googles Firmenmotto lautet „Don’t be evil“ – sei nicht böse. Das Problem dabei: das Gegenteil von „gut“ ist meist nicht „böse“, sondern „gut gemeint“. Die Musikerin Zoë Keating kann ein Lied davon singen, denn was Youtube gut meint ist zugleich nicht gut für sie.

My Google Youtube rep contacted me the other day. They were nice and took time to explain everything clearly to me, but the message was firm: I have to decide. I need to sign on to the new Youtube music services agreement or I will have my Youtube channel blocked.

Das Problem dabei: Youtube bzw. Google haben in einigen Bereichen eine Quasi-Monopolstellung. Einfach mal sagen „nein Danke, dann eben mit jemand anderem“ ist keine reale Option. Umgekehrt kann Youtube sich solche „friss oder stirb“-Entscheidungen auch nur leisten, weil tatsächlich kaum jemand die Wahl hat.Damit behindert Youtube über seine Relevanz alternative Vertriebswege für Musik, macht sich selbst dadurch noch relevanter als Einnahmequelle für die Musiker, dadurch schließen noch mehr diesen neuen Vertragstyp ab und vervollständigen dadurch das auf Youtube verfügbare Angebot. Je vollständiger Youtubes Angebot ist, desto relevanter wiederum wird es für die Konsumenten und baut so seine Marktanteile weiter aus. Durchaus ein Missbrauch der eigenen Vormachtstellung.Tragisch dabei: Google will auch hier nicht böse sein. Wie viele Techies aus dem „Silicon Valley“ (bzw. Firmen mit dem selben „Spirit“) haben die Leute, die sich das ausgedacht haben, eine geradezu missionarischen Eifer. Sie wollen die Welt einfacher und besser machen:

Similar in that I got the sense that no matter how I explained my hands-on fan-supported anti-corporate niche thing, I was an alien to them. I don’t think they understood me at all.

In diesem Eifer, mit ihrem Weltbild, mit dem sie es doch den Künstlern so viel einfacher und besser machen wollen, können sie sich gar nicht vorstellen, dass diese tolle neue Version für irgend jemanden keine Verbesserung sein könnte.Und das zeigt das Problem mit Monopolen. Wenn es keine echten Alternativen mehr gibt, heißt es am Ende „one size fits all“. Und wenn man halt ein wenig anders ist als die anderen Kinder, steht man ziemlich dumm da.Jemand Zeit und Lust eine Alternative zu Youtube zu etablieren? Vielleicht gerade optimiert für Künstler mit alternativen Vertriebswegen? Ist gar nicht so schwierig, Ihr müsst nur eine Reichweite von ca. einer Milliarde Menschen aufbauen und dabei mit einem Konzern konkurrieren, der mehr Gewinn macht als das BIP eines kleinen Landes… *seufz*

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