Klimawandel: Westantarktis überschreitet kritischen Punkt

Es wird ja viel über den Klimawandel diskutiert, ob es ihn gibt, ob der Mensch schuld ist und so weiter. Zuweilen gibt es allerdings Ereignisse, die deutlich belegen, dass sich etwas verändert auf dem Planeten. Einen sehr spannenden Artikel zu einem solchen Ereignis habe ich vor kurzem gelesen:

Westantarktis überschreitet den Kipppunkt | Tagebücher der Wissenschaft

Wer sich nicht durch den ganzen Artikel arbeiten möchte, dem gebe ich hier eine kurze Zusammenfassung für Laien:

Eis schwimmt im Wasser, wenn auch nur knapp. Das Eis in der Antarktis wird aber von seiner Masse so weit nach unten gedrückt, dass es auf dem Grund aufliegt. Die resultierende Reibung sorgt dafür, dass das Eis nur langsam nach außen wandert (es wird vom Druck des jeweils neuen Schnees nach außen gedrückt) und entsprechend nur langsam Eisberge ins Meer abgibt.

Wenn nun ein Teil des Eises abschmilzt, also Masse verloren geht, hebt sich die theoretische „Schwimmlinie“ (also wie tief das Eis im Wasser wäre, wenn es nicht auf Grund liegen würde). Entsprechend wird der Teil der Eisfläche, der schwimmt, größer. Das wird wohl seit Jahren schon so beobachtet und ist schlimm genug. Im Falle der Antarktis kommt aber hinzu, dass der Antarktische Kontinent von der Küste landeinwärts abfällt. Wandert die Schwimmgrenze nun weiter rein als der höchste Punkt des Landes, fängt nicht einfach nur ein weiterer Teil des Eises zu schwimmen an, sondern die ganze Eisfläche (bis zum nächsten Bereich der wieder höher liegt).

Genau das ist jetzt wohl mit dem Westantarktischen Eisschild passiert.

Da auf dem Wasser schwimmendes Eis sehr viel weniger Reibung zu überwinden hat als auf Land liegendes (Prinzip Wasserrutsche), fließt das Eis in diesem Bereich sehr viel schneller ab. Dies bedingt eine Art Kettenreaktion, denn durch das abfließende Eis reduziert sich die Masse des verbliebenen Eises und hebt damit die „Schwimmlinie“ weiter an, wodurch weitere Flächen betroffen sind und so weiter.

Dramatisch wird das ganze dadurch, da allein das Eis des jetzt betroffenen Amundsenbeckens (die Fläche gleicht der  Frankreichs) genügend Wasser enthält, um den Meeresspiegel weltweit um ca. einen Meter anzuheben. Natürlich nicht von einem Tag auf den anderen (das ist kein Roland-Emmerich-Film), aber eben als Selbstläufer.

Das sollte uns allen zu denken geben…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.